Im gestrigen Workshop zu Monetarisierungsverfahren und glücksspielähnlichen Mechanismen in Games hat die Bundeszentrale für Kinder und Jugendmedienschutz mit Expert:innen aus Medizin, Suchtberatung und Landesmedienstellen Lootboxen, Battle Passes und Co. kritisch untersucht.

Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) hat sich am gestrigen 13. Dezember in einem Workshop der Reihe Zukunftswerkstatt mit dem Thema "Lootboxen, simuliertes Online-Glücksspiel, Skin-Gambling, Battle Passes: Games-Monetarisierung zwischen Gambling und Gaming" beschäftigt.

An der Veranstaltung teilgenommen haben Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Institutionen des Kinderschutzes und der Kinderrechte, der Kinder- und Jugendhilfe sowie Expertinnen und Experten aus Suchtberatungsstellen, Ärzteschaft und Wissenschaft. Institutionen des Kinder- und Jugendmedienschutzes waren mit den freiwilligen Selbstkontrolleinrichtungen wie der USK und den und Landesmedienanstalten ebenfalls vertreten. Im Zentrum standen laut BzKJ die psychologischen Wirkmechanismen sowie Anforderungen an einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz. Die Bundesprüfstelle beschreibt den Bedarf für eine Beobachtung der glücksspielähnlichen Mechanismen so: "In den letzten Jahren wurden vermehrt Monetarisierungsstrategien in Online-Games integriert, die (spiel-)mechanische oder optische Ähnlichkeiten mit Elementen des Glücksspiels aufweisen und entsprechende Risiken für junge Menschen bergen. Sie können zu einem Kontrollverlust über finanzielle Ausgaben führen und die Entwicklung eines dysfunktionalen oder exzessiven Spielverhaltens begünstigen. Darüber hinaus bergen gerade glücksspielähnliche Elemente die Gefahr eines Übergangs zu echtem Glücksspiel und dem damit verbundenem Risiko der Glücksspielsucht. In diesem Kontext stehen insbesondere Lootboxen wiederholt in der öffentlichen Kritik."

Sebastian Gutknecht, Direktor der BzKJ erklärt zudem: "Das Thema Monetarisierungsstrategien in Online-Games verunsichert viele Jugendliche und ihre Eltern. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz hat vor diesem Hintergrund Expertinnen und Expertinnen im Rahmen ihrer Zukunftswerkstatt versammelt und gemeinsam mit ihnen beraten, wie Kinder und Jugendliche vor glücksspielähnlichen Elementen in Online-Games geschützt werden können. Auf Basis dieser Ergebnisse werden wir auch mit den Anbietern von bei Kindern und Jugendlichen beliebten Games in den Dialog gehen, um angemessene Vorsorgemaßnahmen zum Schutz von Minderjährigen zu diskutieren. Denn die Verantwortung für ein sicheres digitales Umfeld für Kinder und Jugendliche liegt nicht nur bei Eltern, Staat und Zivilgesellschaft. Auch die Gaming-Anbieter müssen sie mittragen."

Die Ergebnisse der Fachveranstaltung fließen in den Dialog der BzKJ mit Games-Anbietern ein.

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Written by

Pascal Wagner
Pascal Wagner is Chief of Relations of GamesMarket and Senior Editor specialised in indie studios, politics, funding and academic coverage.